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So beeinflusst Minimalismus dein Leben - Podcast Talk

Viele Menschen leben heute im Überfluss. Doch ist wirklich der, der viel besitzt auch reich an positiven Gefühlen, Sinn und erfüllt von seinem Leben?

 

Genau da kommt die Bewegung des Minimalismus ins Spiel, die dem Druck der Gesellschaft durch Konsum und Besitz zu Status und Anerkennung zu gelangen, entgegenwirkt und es dabei darum geht, sich mit dem eigenen Kaufverhalten auseinanderzusetzen und sich über die Konsequenzen, wie zum Beispiel dem eigenen ökologischen Fußabdruck klar zu werden. Im Minimalismus wird auch verstärkt Wert auf weltliche Geschehen wie Nachhaltigkeit, Ökologie und eine Sensibilität hin zu spirituellen Wegen oder der Achtsamkeit gelegt. 

 

Minimalismus durchs Reisen

Was ist Minimalismus?

Fast Fashion, immer die neuesten Trends, das neueste Modell des Mobiltelefons und das X-te Paar Schuhe machen uns sicher für einen Moment glücklich, aber die Euphorie darüber verfliegt schnell wieder, das kennen wir bestimmt. Der Minimalismus äußert sich darin, Dinge, die als überflüssig wahrgenommen werden zu reduzieren und sich mehr auf Dinge wie Achtsamkeit zu konzentrieren und weil genau das unser Haupt Themengebiet hier bei Lebenskompass ist, möchten wir uns heute mit den Fragen des Minimalismus´ auseinandersetzen. 

Viele Menschen stellen sich nämlich bei diesem Thema vor, dass man lediglich nur 10 Dinge besitzen darf. Aber bevor du jetzt anfängst all deinen Besitz aus dem Haus oder der Wohnung zu verbannen: Es geht beim Minimalismus darum, dass man eben nur Dinge besitzt, die zum eigenen Lebensstil passen und die dich glücklich machen. Es geht beim Ausmisten bzw. Aussortieren auch weniger um das Weg-, sondern vielmehr um das Loslassen von physischem und psychischem Ballast. 

Minimalismus bedeutet auch nicht, in der Askese leben zu müssen und kein Geld zu haben. Ein Minimalismus der Fülle ist durchaus möglich. Man kann reich an Muße, Kreativität, und Freude sein, ohne dem unersättlichen Konsum zu folgen. 

 

Talk: 

Im folgenden Interview tauschen sich Lena und Almut darüber aus, was Minimalismus für sie bedeutet, ob sie bereits Erfahrung mit diesem Thema gemacht haben und wie sie den Minimalismus für sich umsetzen.

Almut:
Lena, ich würde gerne wissen ob du dich vor der Recherche zu unserem heutigen Thema bereits mit dem Minimalismus beschäftigt hast.

Lena:
Ja, tatsächlich hat der Minimalismus bereits auch ein Stück weit in meinem leben Einzug gehalten. Für mich ist es aber wichtig zu betonen, dass ich dieses Thema nicht dogmatisch, angehe, sondern ich sehe den Minimalismus wie viele andere Themen über die wir bereits im Podcast gesprochen haben wie beispielsweise Ernährung oder Bewegung sehr individuell und flexibel 

Für mich geht es um das Bewusstsein über den eigenen Besitz und das eigene Konsumverhalten, das ja nicht nur den eigenen ökologischen Fußabdruck repräsentiert, sondern auch ein Teil zum gesellschaftlichen und auch zum Wohl Anderer beträgt. Auch ist der Minimalismus für mich verknüpft mit Nachhaltigkeit und Ethik.

Ich kann mich dadurch besser auf mich selbst konzentrieren und muss mich nicht mit Besitz identifizieren, sondern lege dadurch mehr den Fokus auf meine Werte und Persönlichkeitseigenschaften.

Es gibt sogar psychologische Erkenntnisse zur Wirkung des Minimalismus´, vielleicht kannst du als angehende Psychologin dazu ein bisschen was erzählen

 

Almut:
Minimalismus ist nicht nur im materiellen Sinne zu verstehen
, es geht um das Stichwort: Weniger ist mehr, was auch das Loslassen von psychischem und emotionalen Ballast bedeutet. Vielleicht kennst du das gute Gefühl nach dem Ausmisten oder Sortieren, da du dich dabei auch ein Stück von emotional von Dingen befreit hast.

Minimalismus kann auch im Terminplaner umgesetzt werden. Kontrolliere deine Termine und teile Sie nach der Eisenhower-Methode ein: Was ist wichtig und dringend, wichtig, aber nicht dringend, unwichtig usw. Du wirst sehen, das macht freier und glücklicher.

Denn Freiheit entsteht durch Freiheit in unserem Gehirn. Unser Gehirn verarbeitet jeden Tag so unendlich viele Eindrücke und wenn wir uns nicht nur im Außen, sondern auch im Inneren von dieser Reizüberflutung befreien, schaffen wir mehr Platz für Kreativität und neues Ideenreichtum.

Auch in Bezug auf Neues in unser Leben können wir mit Hilfe des Minimalismus Raum schaffen. Denn neue Menschen, Beziehungen oder Eindrücke können leichter in unser Leben treten, wenn wir Altes "aufräumen".

Minimalismus hört sich am Anfang vielleicht kompliziert an, aber Schritt für Schritt. Man kann sich dafür bei der Umsetzung des Minimalismus´ bzw. dem Anfangen ein paar wichtige Fragen stellen. 

Minimalismus Kaffee

 

Lena:
Mit Hilfe dieser Fragen fällt es einem gleich viel leichter ein Stückchen Minimalismus zu integrieren, das habe ich selbst bei mir gemerkt.

Die Fragen des Minimalismus:

  • Was ist dir im Leben wichtig? 
  • Was sind deine Werte? 
  • Bist du glücklich?
  • Was bremst dich aus?

Die Auseinandersetzung mit dem Minimalismus und seinen Fragen, kann uns auch zu mehr Sinnhaftigkeit und zur Definition deines “Warum” führen. Denn es geht um die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten die beispielsweise eine vegane Ernährung zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks oder keine Unterstützung beim Kauf von Marken die unethisch arbeiten (bspl. Kinderarbeit, Ausbeutung etc.) bedeutet.

 

Almut:
Die Achtsamkeit kann uns auch dabei helfen diese Fragen für uns zu beantworten. Gerade durch Meditation wird unser Geist, das bedeutet unser Verstand darauf geschult aus all dem Gedankenkarussell eine klare Linie oder einen klaren Punkt zu schaffen. Bei der Achtsamkeit geht es um das einfache ‘Sein’ im gegenwärtigen Augenblick und der Reduktion von Anhaften an Gedanken im Kopf. Dabei ist die rechte Gehirnhälfte stärker aktiv - genau wie beim Minimalismus - denn sie ist für kreatives und intuitive verantwortlich.

 

Reflexion zum Minimalismus

Almut:
Die Frage "Bist du glücklich?" ist oft gar nicht so leicht zu beantworten.  Viele Menschen sind unzufrieden und hegen den Wunsch nach Anerkennung, Status und Prestige, Dazugehörigkeit. Dies führt zu Vergleichen, Konsum und der Identifikation mit materiellem Besitz.

Durch den Minimalismus kann eine Steigerung des Selbstwertgefühls und der Selbstwahrnehmung, sowie auch das eigene Bewusstsein für sich selbst erreicht werden.

Materielles verliert mehr an Wert verliert, was uns die Freiheit gibt, die vielschichtigen Facetten der eigenen Persönlichkeit zu entdecken und sich dieser bewusst zu werden.

Die Frage "Was bremst dich aus?" kann sowohl auf materieller, aber auch auf der Beziehungsebene betrachtet werden. Oft lassen wir uns auch unbewusst von Menschen bremsen, die schon lange Zeit in unserem Leben sind. Der Minimalismus lädt dazu ein, auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zu reflektieren und sich möglicherweise von Menschen zu trennen, die deinen Entscheidungen nicht mit Respekt und Achtung entgegenkommen und dich förmlich bremsen. Auch wenn das oft schwierig und schmerzhaft ist, Minimalismus hilft auch bei Beziehungen und der Identifikation von Menschen, die dir wirklich gut tun.

Umsetzung von Minimalismus ist also gar nicht so schwer wie man denkt. Du kannst ihn genauso auch mit Meditation und gezielten Reflexionsfragen starten.

minimalistisch leben

 

Lena:
Angefangen beim Kleiderschrank bis hin zu den sozialen Medien. Der Minimalismus umfasst viele Lebensbereiche. Bevor man jedoch anfängt wild auszumisten und alles aus dem Haus, der Wohnung oder dem Zimmer zu verbannen, bedarf es einer gewissen Organisation.

Man kann sich auch erst einmal einzelne Bereiche vornehmen. Ein minimaoistischer Kleiderschrank nennt sich zum Beispiel "Capsule Wardrobe".

Freie Flächen in der Wohnung ohne viel Deko wirken auch gleich viel aufgeräumter. Ordne grundsätzlich jedem Teil seinen eigene Platz zu, damit du genau weißt, wo was hingehört.

Mit Hilfe einer "To do Box" kannst du Dingen, die du in einem Moment nicht direkt wegräumen kannst erst einmal einen Platz geben. Diese Box sollte jedoch nicht zu groß sein und mindestens ein mal pro Woche geleert werden.

Außerdem kannst du mehr Dinge teilen, leihen oder tauschen. Dafür gibt es mittlerweile viele Plattformen im Internet.

 

Almut:
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit Minimalismus ist Dankbarkeit. Es geht hier um Weniger haben und mehr sein. Mehr Kreativität und geistige Freiheit.  Mehr offline und weniger online.

Auch die Glücksforschung zeigt, dass Geld, Besitz und Hab und Gut nicht ausschlaggebend für Glück sind. Der Mensch ist eigentlich ausgelegt für altruistisches, also Selbstloses Verhalten. Vor allem durch soziales oder gemeinnütziges Engagement erlangen wir Zufriedenheit

Glück bedeutet, nicht alles zu haben was man will, sondern alles zu wollen, was man jetzt bereits hat. Und mit diesem Abschlusssatz möchten wir dich gerne ermutigen, eine kleine Challenge für dich zu setzen, die dir dabei helfen soll, Schritt für Schritt dein Leben dem Minimalismus entsprechend zu gestalten. Frei und ohne Druck kannst du dabei schnell selbst herausfinden wie - und in welchen Bereichen - du gerne minimalistischer leben möchtest. 

Digitaler Minimalismus

 

Minimalismus Challenge

Starte minimalistisch und simpel: Suche dir nur einen Bereich in deinem Leben aus, den du nächste Woche beleuchten möchtest. Was ist dir hier tatsächlich wichtig und was brauchst du eigentlich gar nicht? Miste beispielsweise deinen Kleiderschrank aus oder überfliege deine wöchentliche To- Do’s Liste und streiche bzw. reduziere was nicht wichtig und auch nicht dringend ist. Setze dir nun für jede Woche eine neue Challenge und lerne dich dabei Schritt für Schritt besser kennen.

 

Lena:
Wahrscheinlich wirst du bald spüren, wie viel freier und kreativer du dich bald fühlst. Mit der Zeit fällt es dir dann immer leichter, deinen Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben zu setzen und dich auch selbst dabei besser kennenzulernen. Befreie dich von allem, was du nicht mehr brauchst und sei gespannt, was dir wirklich wichtig ist. Dabei kommst du dir auch selbst wieder einen Schritt näher und förderst die Beziehung zu dir selbst. Danke, dass du heute dabei warst und danke auch dir, Almut, für einen weiteren interessanten Talk.

 

Almut:
Danke auch von mir. Ich hoffe, wir konnten dich inspirieren, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, den Mut zum Minimalismus zu wagen und in deinem Leben etwas aufzuräumen. Fühle dich dabei frei und glücklich und gehe bewusst diesen Weg. Denn Glück ist am Ende des Tages immer eine Entscheidung. Viel Spaß dabei und bis zum nächsten Mal.

 

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