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Podcast-Talk: Wirkung von Musik auf Emotionen

Kennst du schon unseren Podcast? In Folge #5 reden Almut und Lena über Musik und ihre Wirkung auf unsere Emotionen. Hör doch mal rein!

 

 

Vielleicht kennst du das auch: du hast einen nicht so guten Tag, machst Musik an und kannst plötzlich alles um dich herum vergessen.

Musik hat das Potential etwas in uns zu verändern, wenn wir sie erleben.

Du kennst bestimmt das Phänomen, dass Musik unsere Emotionen und unsere Stimmung beeinflussen und verstärken kann. 

Sind wir beispielsweise in einem Moment überglücklich und hören dann noch unseren Lieblingssong, so verdoppelt sich dieses Glücksgefühl. Genauso geht es natürlich auch andersherum mit Emotionen wie Wut, Trauer oder Einsamkeit. 

Aber was genau passiert in unserem Körper, wenn wir Musik wahrnehmen? Welche Wirkung hast Musik auf unseren Geist und wie können wir die Kraft der Musik positiv für uns nutzen?

lighted red text signage

 

Ein Einblick in die Musikpsychologie

Alles was lebt, schwingt. Unser gesamter Alltag ist von Geräuschen, Klängen und Tönen erfüllt und schon seit vielen 1000 Jahren musizieren und singen wir Menschen.

Bereits Aristoteles formulierte die Wirkung der Musik wie folgt:

“Wir fühlen uns innerlich verändert, umgewandelt, wenn wir Musik hören. Wie könnte das geschehen, wenn nicht Harmonien und Rhythmen eine innere Verwandtschaft mit der Seele und ihren Zuständen und Bewegungen hätte?” 

In einem Aufsatz darüber, wozu die Gesellschaft Musik braucht, erarbeitete der Philologe und Pädagoge Georg Picht, dass eine Gesellschaft ohne Musik nicht existenzfähig sei. 

Das menschliche Ohr ist das Tor zur Welt und verarbeitet damit auch alle Reaktionen des Körpers und des Geistes, die durch das Hören von Musik ausgelöst werden. 

Akustische Reize wirken nachgewiesenermaßen länger auf uns und unsere Emotionen, als beispielsweise optische Reize oder Berührungen. Wenn wir Musik hören wird diese zuerst von unseren Ohren wahrgenommen und dann ins Gehirn weitergeleitet. Dort gibt es kein zentrales Musikzentrum. Vielmehr werden die Signale von unterschiedlichen Teilen unseres Gehirns verarbeitet, wobei jeder seine eigenen Aufgaben übernimmt und schlussendlich darüber entscheidet, ob wir die gehörte Musik mögen oder nicht. Dieser Vorgang ist jedoch sehr komplex und reicht weit bis in die Neurowissenschaften hinein. Dass Musik Leben ist, verdeutlicht auch die Tatsache, dass beispielsweise Menschen mit Alzheimer, oder jene die ebenfalls beträchtliche Einbußen in ihren Gehirnfunktionen haben trotzdem noch Singen und sich an die Liedtexte erinnern können. 

Musik kann gezielt oder unbewusst eingesetzt werden und wirken. 

Filmmusik verstärkt die Wirkung der Szene, im Marketing werden oft bekannte Hits oder abgewandelte Kinderlieder eingesetzt, um die Leute zum Kauf anzuregen und bei Patienten vor Operationen kann Musik schmerzlindernde Wirkung haben. 

Vor allem im Bereich Achtsamkeit, Körper und Psyche, spielt Musik auch eine wichtige Rolle, denn wir spüren sie förmlich in jeder Zelle unseres Körpers, da sie mit unseren Zellen “mitschwingt”. Entspannende Musik verbindet man auch mit Entspannung im ganzen Körper, da sie gezielt auf unser Nervensystem und damit verbunden auf unsere Muskelentspannung, die Regulation unserer Emotionen und die allgemeine Stimmungslage wirkt.

 

person playing brown violin

 

Im folgenden Interview sprechen Almut und Lena über die Wirkung von Musik auf Emotionen und ihre persönliche Erfahrung.

Almut:
"Lena, was genau verbindet dich mit Musik?"

 

Lena:
"Musik begleitet mich praktisch schon mein Leben lang. Als Kleinkind habe ich mir an Weihnachten eine alte Flöte von meiner Mama geschnappt und mit meiner älteren Cousine und meinem Cousin, die in der Schule Flötenunterricht hatten einfach mitgespielt, ohne jemals Noten gelesen zu haben. Mit vier Jahren habe ich dann angefangen Geige zu spielen, bin später einem Symphonieorchester beigetreten und habe bei unterschiedlichen musikalischen Projekten mitgemacht. Während der Schulzeit habe ich auch einige Zeit Oboe und Klavier gespielt, mich für Gesangsunterricht angemeldet und bei Schulprojekten die musikalische Leitung übernommen. Auch heute spiele ich meist aus dem Gehör, also ohne Noten, weil ich mich einfach an Melodien erinnere, die ich irgendwo anders schon einmal unbewusst oder bewusst wahrgenommen haben. Also Musik ist für mich nicht nur etwas, was ich zu Hause oder im Radio höre, sie ist Teil meines Lebensweges und begleitet mich wo auch immer ich bin. 

Wie ist das bei dir mit der Musik? Spielt sie auch eine wichtige Rolle in deinem Leben, Almut?"

 

Almut:
"Bei mir ist das ziemlich ähnlich wie bei dir, ich kann sogar kaum in Worte fassen, was die Musik für mich bedeutet. Ich glaube, dass dieses Gespür für Musik und die Liebe für Musik uns beide verbindet. Bei mir ist es nämlich auch so, dass die Musik mich mein ganzes Leben lang begleitet hat. Sie ist nicht nur eine Art “Ablenkung” oder Hintergrundmusik, wenn ich sie im Radio höre, sondern eine Form von Schwingung, die ich wirklich in meinem ganzen Körper und in meinem ganzen “Sein” aufnehme und wahrnehme. Ich komm generell aus einer Familie mit sehr musikalischen Menschen. Mein Urgroßvater hat komponiert, so ziemlich alle in meiner Familie spielen ein Instrument und mein Papa hat sogar ein absolutes Gehör. Ein absolutes Gehör oder Tonhöhengedächtnis zu haben, bedeutet, dass man alle Töne ohne Hilfe exakt bestimmen kann und auch heraushören kann, wenn es kleine Ungleichheiten in der Frequenz der Töne gibt. Man kann auch die Tonklasse innerhalb eines Tonsystems benennen, ohne weiter Töne im Vergleich zu hören. Das Gehör und das Fühlen für die verschiedenen Töne ist also sehr sensibel ausgeprägt. Das kenne ich auch selbst, wenn ich Musik mit anderen Leuten höre und sie dann ganz laut mache oder so richtig stark spüre und das andere Menschen nicht unbedingt verstehen können. Dieses Gespür hatte ich eben schon mein ganzes Leben lang. Ich hab dann auch mit 7 Jahren begonnen Klavier zu spielen und wurde da auch speziell gefördert. Für mich ist Musik vor allem ein Gefühl von Rythmus, das sich in meinem Körper sofort einstellt, sobald ich Musik höre- ich kann das auch selbst gar nicht stoppen, dass mein Fuß Bewegungen zum Rhythmus macht, ich beginne zu singen oder ich spüre den Impuls, verschiedene Bewegungen zur Musik zu machen. Ich hab auch mehrere Jahre getanzt und in dem Bereich viel mit Musik gemacht.  

Und wie nutzt du die Musik positiv für dich? Musizierst du zum Beispiel, um einen Ausgleich vom Alltag zu schaffen? "

 

Lena:
"Ja, auf jeden Fall. Wenn ich das Gefühl habe meiner Kreativität mal wieder einen Schubs verleihen zu wollen, dann schnappe ich mir meine Geige, aber auch um zur Ruhe zu kommen, hilft mir das Musizieren sehr. Aber nicht nur aktiv, auch passives Musikhören finde ich super, um zum Beispiel meine Energie aufzuladen, meine Stimmung zu heben oder negative Energie rauszulassen. Dann höre ich meine Happy Playlist und tanze wild im Wohnzimmer. Das Tanzen hilft mir auch sehr, um mit meinem Körper in Einklang zu kommen. Dabei hilft mir auch meine Ausbildung als Energy Dance Trainerin wo es darum geht, ohne Choreografie die Musik in Körperbewegung umzuwandeln oder meine schulische Laufbahn auf der Waldorfschule, die auch stark von Musik, Bewegung und Kreativität geprägt war.

Du hast dich bestimmt auch schon mal dich einfach so zur Musik treiben zu lassen und praktisch die Kontrolle über deine Körper an die Musik abgegeben, oder? Wie nutzt du denn die emotionale Wirkung der Musik?"

 

Almut:
"Ja mir geht es genauso. Ich kann auch zum Beispiel gar nicht aus dem Haus gehen, ohne meine Kopfhörer dabei zu haben. Wenn ich mich nicht gut fühle oder eine schlechte Stimmung herrscht, höre ich Musik und die Auswirkungen verändern meinen gesamten “Zustand”. Musik ist also auch für mich eine Form der achtsamen “Emotionsregulation", um wieder tiefer in den Moment und ins Fühlen zu kommen. Genauso wie du, höre ich dann gern auch mal laut Musik und beginne zu tanzen und spüre sofort, wie sich meine gesamte Energie verändert und ich alles rauslassen kann. Ich nehm auch Gesangsunterricht und hab mich da in Richtung Musiktheorie und Gesangstheorie ein bisschen weitergebildet und konnte herausfinden, dass Singen von Liedern aktiv Endorphine und Glückshormone im Körper auslöst. Also es ist bewiesen, dass durch Singen und Musik, Verspannungen gelöst werden und das Nervensystem in Balance gebracht werden können. Ich persönlich merke das auch immer zum Beispiel, wenn man eine Tanz- oder Yogastunde unterrichte. Man spürt sofort, die Grundstimmung im Raum und die Grundenergie in den Bewegungen, je nachdem, welche Musik gerade läuft."

 

Passend zum Thema werden wir dir auch auf unserem Lebenskompass Account auf Instagram Wochen unsere Lieblingsplaylists auf Spotify und Apple Music vorstellen. Da ist für jeden und jede etwas dabei, egal ob Workout Musik, Musik für Homeoffice etwas zum Entspannen und Meditieren oder auch zum wild im Wohnzimmer tanzen. Vielleicht findest du auch entspannende oder motivierende Musik fürs Home Office. 

 

 

Wir hoffen, wir können dir mit diesen Playlists einen entspannenden Moment, einen Moment voller “Ekstase” oder auch einen Moment der Gänsehaut bieten. Wir sind uns sicher, dass du viel Freude an unserer Auswahl haben wirst und wir freuen uns sehr, wenn dein Tag dadurch versüßt wird.

 

Die Musik spielt bestimmt auch in deinem Leben eine so große Rolle wie in unserem! Sie ist nicht nur Wegbegleiter, sondern auch die helfende Hand, wenn wir mal etwas mehr Auszeit von unseren Gedanken und To Do’s brauchen. Sie intensiv wahrzunehmen und auch die Stimmung, die sie in uns auslöst, in jeder Zelle deines Körpers zu spüren, ist ein wunderschönes Gefühl und wird dir eine Freude bereiten. Versuche die nächste Woche bewusst die Musik auszuwählen, die du im jeweiligen Moment gerade brauchst. Spüre in dich hinein. Wie fühlst du dich gerade? Was brauchst du gerade? Und dann dreh den Song deiner Wahl so laut wie du willst und berichte uns gerne von deinen Erfahrungen.