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▷ Vipassana Meditation: Informationen und Wirkung der besonderen Form Vipassana | Lebenskompass

Vipassana Meditation – Die Balance zwischen Konzentration und Entspannung

Meditation bedeutet übersetzt „nachsinnen“ und entspricht daher nicht unbedingt der Bedeutung, die wir dem Begriff heute zuordnen würden. Das gedankenlose Sitzen klingt bei all der Sinnesüberflutung der modernen Zeit wie ein Segen für den überladenen Geist.

Doch obwohl Meditation tatsächlich einen spirituellen Hintergrund hat, ist es gar nicht so leicht sich von all dem Stress des Alltags zu befreien.

Gezielte Techniken schaffen eine Grundlage, um in den gedankenfreien Zustand zu kommen, der in der spirituellen Praxis der Bewusstseinserweiterung dient. Doch auch auf dem Weg abseits der Erleuchtung, ist Meditation hilfreich und durchaus alltagstauglich.

Vor allem Konzentrationsübungen und Atemtechniken sind leicht erlernbar und in alle Lebenslagen der heutigen Zeit integrierbar.

Vipassana – Alte Schule noch immer aktuell

Meditation VipassanaEine von vielen Meditationsmethoden ist die Vipassana Meditation. Vipassana bedeutet Klarheit oder Einsicht – ein erstrebenswerter Zustand, egal ob in der Spiritualität oder im weltlichen Leben.
Als einer der drei buddhistischen Hauptströmungen ist der Theravada Buddhismus Ursprung der Vipassana Meditation und die älteste noch existierende Schultradition des Buddhismus.

Durch praktisch angewendete Techniken sollen „falsch“ angesammelte Eindrücke aus dem bisherigen Leben gelöscht werden und somit Raum für ein höheres Bewusstsein schaffen. Mit viel Praxis und Erfahrung ebnet die dadurch erlangte Klarheit schließlich den Pfad zur Erleuchtung.

Trotz ihrer buddhistischen Herkunft ist Vipassana keine religiöse Praxis und grenzt sich deutlich von jeglichem religiösen Dogma ab. Die Vipassana Meditation soll so für jeden zugänglich sein und kann von jedem erlernt werden.

Die verschiedenen Formen der Vipassana – Meditation

Allein im Ursprungsland Myanmar existieren 20 verschiedene Formen der Vipassana Meditation. Jede von ihnen zielt auf die Bewusstseinserweiterung und die erhöhte Achtsamkeit ab.

Zumeist in Thailand werden überwiegend „natürliche Methoden“ von Vipassana praktiziert, die sich auf die Bewegung des Atems in unterschiedlichen Körperteilen bezieht. Pioniere der so genannten „Naturmethode“ sind der bereits verstorbene Ajahn Chah sowie der Engländer Christopher Titmuss und Ajahn Buddhad.

Bei der „technischen Methode“ von Vipassana unterscheidet man zwischen dem Body Sweeping (Körperhineinkommen) und dem amerikanischen Body Labeling (Etikettieren).

Das Body Labeling wurde von dem burmesischen Lehrer Mahasi Sayadaw erfunden.

Beobachtungen des Geistes und Sinneswahrnehmungen werden mit bestimmten Begriffen und Labels versehen. Der Meditierende ist mit voller Präsenz im gegenwärtigen Moment und kann sich Stück für Stück von den Ich- und Mein- Beziehungen des Egos lösen.

Die wohl bekannteste Methode der Vipassana Meditation ist das Body Sweeping.

Wegen ihres körperlichen Bezugs ist diese Technik für Unerfahrene leichter zu erfassen. Beim Vipassana Body Sweeping wird das körperliche Bewusstsein durch einen Bodyscan erweitert. Die systematische Vorgehensweise beim Body Sweeping ist vor allem bei uns Westlern sehr beliebt und wirkt sich zudem positiv auf körperliche Beschwerden aus.

Während im Geiste der gesamte Körper abgetastet wird, sollen Anhaftungen und Blockaden, die sich mit der Zeit in den einzelnen Körperteilen manifestiert haben, letztlich aufgelöst werden.

Vipassana erlernen

Meditation AnleitungDer bekannteste Lehrer der Body Sweeping oder der Vipassana Body Scan Technik ist der Burmese U Ba Khin. Sein berühmtester Schüler S.N. Goenka hat diese Art der Vipassana Meditation auch hier im Westen verbreitet und sie zu der wohl meist praktiziertesten Form von Vipassana gemacht.
Die indische Regierung wertschätzte die Arbeit von Goenka so sehr, dass sie ihm 2012 die höchste zivile Auszeichnung des Landes verlieh. Einem Jahr vor seinem Tode wurde der damals 89-jährige Vipassana Pionier vom indischen Präsidenten persönlich mit dem Padma Preis ausgezeichnet.
Weltweit werden 3- bis 12-Tages Kurse und Retreats nach der Goenka Lehre angeboten, die sich aus mehreren Stufen zusammensetzt. Zunächst erklärt sich der Praktizierende dazu bereit, während der gesamten Dauer des Kurses auf sexuelle Tätigkeiten, sportliche Aktivitäten sowie den Konsum von Fleisch, Drogen und Alkohol zu verzichten. Dieser Moralkodex soll den Geist beruhigen und eine Grundlage für die Selbstbeobachtung schaffen, die auf den folgenden Stufen angestrebt wird.

Im nächsten Schritt wird der Fokus auf die Atmung gelegt. Durch das Beobachten des Atemstroms am Eingang der Nasenlöcher erreicht der Meditierende das benötigte Level an Konzentration, um mit der eigentlichen Vipassana Praxis zu beginnen.

Empfindungen auf körperlicher Ebene werden nun intensiver wahrnehmbar. Der Praktizierende setzt sich mit der wahren Natur geistiger Empfindungen auf physischer Ebene auseinander und kann sich schließlich von ihnen befreien.

Nach einem zehntägigen Einführungskurs entscheiden die Teilnehmer selbst, ob sie vom Ergebnis der Vipassana Meditation überzeugt sind und mit einer freiwilligen Spende auch anderen die kostenlose Teilnahme ermöglichen möchten. Ernsthaft Interessierte können sich daher ohne Kosten für einen Platz in eine der Unterkünfte anmelden.

Bei beschränkter Teilnehmerzahl sind die Plätze in den Vipassana Kursen sehr begehrt weshalb oft mit einer Wartezeit gerechnet werden muss. Eine frühzeitige Anmeldung ist daher empfehlenswert.

Vipassana und Meditation im Alltag

Meditation WirkungNicht nur Vipassana, sondern Meditation im Allgemeinen trägt zur körperlichen und geistigen Gesundheit bei und wird deshalb auch unabhängig von den alten buddhistischen Lehren in der alternativen Medizin genutzt.
Unter dem Namen Mindfulness-Based Stress Reduction dient sie vor allem der Behandlung von Stress und seinen psychischen als auch körperlichen Symptomen.
In der heutigen Welt ist Stress ein immer größer werdendes Problem.

Rund 350 Millionen Menschen weltweit leiden unter Burnout und anderen Formen der Depression (Quelle: www.bundesgesundheitsministerium.de). Die Reizüberflutung in unserer medialen Welt schreitet mit der rasanten technischen Entwicklung immer weiter voran und treibt die Kapazität unserer geistigen Aufmerksamkeit an ihre Grenzen.

Mittlerweile wurde wissenschaftlich erwiesen, dass Meditation

  • zur Steigerung der Konzentration und Aufmerksamkeit führt
  • sich positiv auf psychische Erkrankungen, wie Depressionen, ADHS und Angstzustände auswirkt
  • innere Verspannungen und mentale Blockaden, die sich oft durch physische Symptome äußern, löst
  • Zu einem gesünderen Schlaf beiträgt und daher auch bei Schlafstörungen empfohlen wird

Obwohl Meditation den Herzschlag mäßigt, wirkt sich die verringerte Pulsfrequenz positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Die Organe können besser mit Sauerstoff versorgt werden und mindern somit das Krankheitsrisiko.

Studien zeigten außerdem, dass nach 30 Tagen regelmäßiger Meditation, die Leistungs- und Lernfähigkeit erheblich gesteigert wird – durch regelmäßiges meditieren kann also sogar der IQ erhöht werden.

Meditation ist ein großes Feld, das für viele zwar Neuland bedeutet, aber allerhand Vorteile mit sich bringt. Um von den positiven Effekten der Meditation profitieren zu können, ist regelmäßige Übung und Geduld gefragt. Wer aufmerksam ist und sich regelmäßig die Zeit nimmt, um Raum für regelmäßige Pausen der Ruhe und Selbstreflexion zu schaffen wird in kurzer Zeit Erfolge spüren.

Schon der Buddha sprach von der heilsamen Wirkung der Meditation nach bereits 7 Tagen. Wichtig dabei ist, sich selbst weniger unter Druck zu setzen und das zu akzeptieren was kommt – denn das letzte was Meditation bewirken sollte ist den Stress weiter zu erhöhen. Viel wichtiger als das zu erfüllen, was man sich selbst an Erwartungen aufhalst, ist die regelmäßige Achtsamkeit, die man sich bei beim Meditieren schenkt.

Und Buddha hätte mit Sicherheit auch Konfuzius zugestimmt, der zu sagen pflegte: Der Weg ist das Ziel.

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