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▷ Kundalini Yoga: Energie und Kraft tanken mit Yoga | Lebenskompass

Kundalini Yoga – die Königin des Yoga

Gruppen weiß gekleideter Menschen mit Turbanen, die minutenlang chanten oder laut hecheln – selbst auf langjährige Yogis kann Kundalini-Yoga ein wenig seltsam und fast schon einschüchternd wirken. Wer über die rein körperliche Asanapraxis auch yogische Philosophie und Spiritualität erfahren möchte, kommt jedoch vermutlich über kurz oder lang nicht an dieser Richtung vorbei.

Kundalini-Yoga will den Übenden dazu bringen, die eigenen geistigen und spirituellen Grenzen zu überwinden, Energien zu wecken und zu bündeln und sein volles Potenzial zu entfalten.

Russell Brand, britischer Komiker und eingefleischter Yogi, bezeichnete Kundalini aufgrund seiner energetisierenden, bewusstseinsschärfenden und konzentrationssteigernden Wirkung kürzlich als das „Crack Kokain“ der Yoga-Richtungen.

Die geheimen Eingeweihten des Kundalini-Yoga

Kundalini YogaDie Jahrtausende alte Praxis des Kundalini-Yoga wurde lange Zeit wie ein Schatz gehütet: Das kostbare Wissen war einer kleinen Elite in den Klöstern Nordindiens vorbehalten und wurden nur im Geheimen von Lehrer zu Schüler weitergegeben. Dass inzwischen auch wir Normalsterblichen Zugang zu den Traditionen und Techniken haben, verdanken wir Yogi Bhajan, der im Jahr 1969 beschloss, die Geheimnisse des Kundalini-Yoga publik zu machen. Er sagte einen Umbruch der Welt und eine Verschiebung des Gleichgewichts voraus und lehrte die Technik des Kundalini-Yoga in der westlichen Welt, um den Menschen einen Weg zu Selbsterfahrung und Achtsamkeit zu zeigen.

Inzwischen entdecken immer mehr Menschen die kraftvolle Wirkung der Praxis: Die Bekannt- und Beliebtheit des Kundalini-Yoga wächst, und damit auch das Angebot in lokalen Yogastudios.

Kundalini als ultimative Kraft des Lebens

Das Wort Kundalini bedeutet übersetzt „zusammengerollte Schlangenkraft“ und bezeichnet eine Art ätherische Kraft, vereinfacht gesagt so etwas wie die zentrale Energie in uns, mit Sitz am unteren Ende der Wirbelsäule. Ziel der Yogapraxis ist es, die Schlange zu entrollen, sodass das Kundalini entlang der Wirbelsäule aufsteigt und schließlich am Scheitelpunkt zu einem Zustand der Erleuchtung und des erweiterten kosmischen Bewusstseins führt.

Das Öffnen der Chakren führt zur Erkenntnis

Die zentralen Fokuspunkte im Kundalini-Yoga sind die Chakren, die sieben Kraftzentren des menschlichen Körpers. Das unterste Chakra ist das Wurzelchakra, das für Lebenskraft und Urvertrauen steht. Eine regelmäßige Yogapraxis soll, ausgehend vom Wurzelchakra, der Reihe nach alle Chakren öffnen und so die Kundalini-Energie in immer höhere Schwingungen versetzen.

Das führt zum Aufstieg des Kundalini – und bei Erreichen des obersten Chakras (Kronenchakra) zu einem Zustand des Friedens, der Erkenntnis, des geschärften Bewusstseins und der Verbindung mit einer höheren schöpferischen Energiequelle. Nicht nur Kundalini-Yoga, sondern auch Yogaformen wie Bhakti-Yoga oder Raja-Yoga, können dabei nach den yogischen Lehren zum Aufstieg des Kundalini führen.

Bewegung, Mantras, Meditation und Atmung

Kundalini KraftDamit die Kundalini-Energie über die Chakren dein Gehirn erreicht, bedient sich das Kundalini-Yoga des vollen Spektrums yogischer Instrumente: Mantras (heilige Klänge), Asanas (Körperübungen), Mudras (Handhaltungen), Bandhas (Körper verschließen), Meditation und Pranayama (Atemtechniken). Im Kundalini-Yoga gibt es feste Übungs-Sets, die als genaue Anleitungen formuliert sind und exakt wie beschrieben praktiziert werden. Ein solches Set wird als Kriya bezeichnet und legt in der Regel den Fokus auf ein bestimmtes Thema. Konzentration, Nervenstärke, Entgiftung, Kräftigung oder Entspannung – jedes Kriya lässt dich deinen Körper und Geist auf eine neue Art und Weise erleben.

Die Asanas, die oft dem Hatha-Yoga verwandt sind, werden mit Abfolgen von Atemübungen, dem Chanten von Mantras und Mediation verknüpft. Durch die ständigen Wechsel zwischen passiven und aktiven Yoga-Übungen soll die Energie des Körpers aktiviert werden. Das Atembewusstsein während der Asanas fördert Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit, dich ganz auf die Bewegung und deinen Köper einzulassen.

Für Kundalini-Neulinge mit Erfahrung in anderen Yoga-Stilen ist manches erst einmal ungewohnt: Die Abläufe scheinen zunächst keinen Sinn zu machen, es kann passieren, dass du ein Asana für zehn Minuten halten musst und nicht jeder fühlt sich wohl dabei, in einer Gruppe Fremder laut zu hecheln oder zu schnarchen. Der beste Tipp ist, anfangs mit etwas Humor an die Sache heranzugehen. Nach einer Weile ändert sich die eigene Wahrnehmung und die Vorstellung davon, was Yoga ist, und es wird dir leichter fallen, dich der Praxis voll und ganz hinzugeben.

Durch Kundalini-Yoga dein wahres Ich entdecken

Das Mantra „Sat Nam“ wird im Kundalini-Yoga statt des sonst im Yoga üblichen „Om“ verwendet und bedeutet „Wahres Ich“. Genau darum geht es im Kundalini-Yoga: Deinen wahren Kern zu erkennen – das reine Ich, das sich hinter deinen Erfahrungen, Konditionierungen und erlernten Gedanken- und Verhaltensmustern versteckt.

Durch die bewusste Kombination aus Atmung, Bewegung, Mantras und Meditation steigt dein Energielevel und du fühlst dich wacher und klarer. Kundalini-Yogis möchten ihre Wahrnehmung schärfen und verändern und lernen, mehr auf den eigenen Kompass, die eigene innere Stimme zu vertrauen. Erfahrene Yogis erzählen von gesteigerter Energie, tieferem Schlaf, einer besseren Stimmung und einem ruhigeren Geist.

Eine regelmäßige Kundalini-Praxis soll dir helfen, deine Grenzen zu überwinden und tiefgreifende Veränderungen anzustoßen. Du streifst dein Ego und die Schichten deiner Vergangenheit ab, um schließlich dein wahres Ich kennenzulernen.

Kundalini-Yoga zu Hause praktizieren

Aufgrund der speziellen Abläufe und vielfältigen Gebräuche im Kundalini-Yoga ist es besonders als Neueinsteiger empfehlenswert, sich einen erfahrenen Lehrer zu suchen. Trotzdem ist es möglich, Kundalini-Yoga zu Hause zu praktizieren. Du brauchst dafür keine besondere Ausrüstung: Nimm dir einfach etwas Zeit für dich und such‘ dir einen ruhigen Ort und einen bequemen Untergrund, wie zum Beispiel eine Yogamatte oder eine Decke.

Mantras und Kriyas sind die Essenz des Kundalini-Yogas

Kundalini MeditationBeginne deine Praxis stets mit einem Mantra, um deinen Geist auf die folgende Praxis einzustimmen. Das Chanten kann sich am Anfang etwas seltsam anfühlen, es ist aber ein zentraler Teil des Kundalini-Yoga – und nach einer Weile wird es auch für dich ganz normal sein. Ein Beispielmantra ist „Ong Namo Guru Dev Namo“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Ich verbinde mich mit der kosmischen Energie und dem erhabenen Weg, der mich vom Dunkel zum Licht führt.“ Suche dir dann ein Kriya aus. Es gibt unzählige Varianten – wähle eines, das in diesem Moment zu dir passt. Wenn du den vollen Effekt des Kundalini-Yoga erleben möchtest, solltest du die Kriyas nicht abwandeln. Die Abläufe sind sehr genau ausgearbeitet und haben alle einen Sinn. Lass also die Teile, die du weniger magst, nicht einfach weg.

Langer Atem und Feueratmung für Entspannung oder Energie

Achte stets auf deinen Atem. Die beiden wichtigsten Atemtechniken im Kundalini-Yoga sind Langer Atem und Feueratem.

Der Lange Atem wirkt entspannend auf den Körper: Weite deinen Bauch beim Einatmen ruhig und langsam nach vorne aus, sodass das Zwerchfell genügend Platz hat. Weite den Brustkorb, hebe die Rippen und dein Brustbein etwas an. Beim Ausatmen entspanne zunächst deine Schultern und deinen Nacken, bis du schließlich Rippen und Bauch leicht einziehst.

Die Feueratmung hat eine reinigende und energetisierende Wirkung auf den Körper. Sitze dafür aufrecht und stell dir vor, dein Bauch und Zwerchfell arbeiten wie ein Blasebalg: Atme schnell und stoßend ein und aus. Dabei sollte kein Druckgefühl im Kopf entstehen.

Öffne dich für neue Eindrücke und Empfindungen durch Kundalini-Yoga

Bei allem, was du tust: Höre auf deinen Körper. Du kannst die Übungen abwandeln, wenn sie sich nicht gut anfühlen. Wenn du unter Bluthochdruck leidest, solltest du nicht den Atem anhalten und wenn du schwanger bist, solltest du keine Feueratmung praktizieren. Am Ende deines Kriyas bringst du die Hände vor dem Herzen zusammen, um ein bis drei Sat Nams zu chanten.

Praktiker und Lehrer der Kundalini-Yoga tragen traditionell weiße Kleidung und einen Turban, dies ist jedoch keine Pflicht. Der Turban ist dazu da, das Kronenchakra zu schützen, die weiße Kleidung soll das Energiefeld im Raum positiv beeinflussen.

Wenn du herausfinden möchtest, wie es sich für dich anfühlt, ganz in Weiß Yoga zu üben, probiere es doch einfach einmal aus!

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